Unsere Mentor:innen
Unsere wunderbaren Mentor*innen unterstützen unsere Mentees seit Oktober 2024.
Der Fokus des Mentoringprogramms liegt auf der individuellen Förderung der Mentees und ihrer künstlerischen Ziele.
Die Mentor*innen von New Talents Ruhr sind alle als Künstler*innen tätig.
Die Positionen der Mentor*innen für die einzelnen (Unter-) Schwerpunkte wurden durch die künstlerischen Leitungen besetzt.
Digitale Künste & Performance
Agnetha Jaunich
(sie/ihr oder they/them) ist Tänzerin, Performerin, Choreografin und Tanzvermittlerin. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig arbeitete sie mit renommierten Künstler*innen und Theatern, darunter das Staatstheater Kassel, das Space Dance Centre Tokyo und das Theaterlabor Bielefeld. Als Tanzvermittlerin war sie u. a. für das Staatstheater Braunschweig und das Freedom Theatre Jenin tätig. Seit 2012 entstehen eigene choreografische Arbeiten, die auf Festivals wie dem MADE Festival und dem NEXT LEVEL FESTIVAL gezeigt werden.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Ich selbst hatte das Glück nach meinem Studium an der Kunsthochschule Menschen um mich zu haben, die mir bei meinen ersten Schritten in die Freie Szene hilfreich zur Seite standen, mir geholfen haben meine künstlerische Identität weiter zu entwickeln und zugleich mich nicht im Orga-Dschungel zu verirren. Nun selbst diese Helfende Hand zu sein, fühlt sich sehr gut an und bringt mir große Freude.
Neuer Zirkus
Florian Zumkehr
Florian Zumkehr wuchs in Basel auf und zog mit 15 nach Berlin, um an der Staatlichen Artistenschule zu lernen. Bereits während der Schulzeit stand er im CHAMÄLEON Theater auf der Bühne, es folgten internationale Engagements mit Kompanien wie den 7Fingers, Cirque Éloize und Cirk La Putyka – sowie ein Broadway-Auftritt im Musical Pippin.
Zirkus versteht Florian als gemeinsames Spiel jenseits des Wettbewerbs. Diese Haltung führte zur Gründung seines Kollektivs ANALOG, dessen Show FINALE in 11 Ländern über 230 Mal gezeigt wurde.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
Ich bin Akrobat, Musiker und Creativdirector
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Romeo Castelucci. Rick Rubin. Ich lass mich gerne von Kreativenleuten aus einer anderen Branche inspirieren. Es hilft mir über den Tellerrand zu blicken.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Ich finde es großartig das ich meine Erfahrung und Arbeitsprozesse/herangehensweisen mit den Mentees teilen kann die ich in den letzten 20 Jahren als Akrobat gesammelt habe.
Es ist schön zu spüren dass man für die jungen Künstlerninnen eine Ansprechperson ist und Ihnen dadurch einen gewissen „halt“ geben auf der Suche nach dem nächsten Schritt auf Ihrem kreativen Weg.
Urban Arts
Rauf Yasit - Mentor Breaking
RubberLegz (Rauf Yasit) ist Choreograf, Tänzer, Regisseur und bildender Künstler mit Sitz in Los Angeles, geboren und aufgewachsen in Deutschland. Seine ersten Schritte machte er im Volkstanz, bevor er autodidaktisch zum Breakdance fand. Sein einzigartiger Stil – geprägt durch extreme Körperkontrolle – brachte ihm internationale Anerkennung und den Spitznamen „RubberLegz“.
Er trat weltweit auf, war Jury-Mitglied bei Wettbewerben und wurde 2019 von Danza&Danza als „Bester Tänzer“ ausgezeichnet. Neben Auftritten und Workshops arbeitet er mit Institutionen wie der Pariser Oper, William Forsythe und Red Bull zusammen. Er ist Associate Producer bei Films.Dance und verbindet Tanz mit Fotografie, Design und 3D-Animation.
Rayboom - Mentor Hip Hop Tanz
Rymon Zacharei, 1985 in Bagdad geboren, ist unter dem Künstlernamen Rayboom als Tänzer in Hip-Hop, Popping, Locking und House bekannt. Seit 2005 arbeitet er als Trainer, Choreograf und Performer – sein Stil verbindet Hip-Hop mit Elementen aus Kampfkunst und zeitgenössischem Tanz. Ab 2010 unterrichtete er am Tanzhaus NRW und leitete dort Jugendprojekte wie die Kompanie »anyway«. Er ist Mitglied der Compagnie E-Motion und der Flying Steps, mit denen er bei der Jubiläumstour »Flying Bach« auftrat. 2017 erhielt er den Förderpreis der Stadt Düsseldorf. Mit seiner Mood Dance Company wurde er 2021 und 2022 zum Tanztreffen der Jugend eingeladen. 2023/2024 zeigte er am Tanzhaus NRW sein Solostück »DER PASS« und gilt heute als prägende Figur im deutschen Hip-Hop-Tanz.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
Meine künstlerische Arbeit ist authentisch, im Moment und emotional.
Sie lebt vom echten Ausdruck und der Verbindung zum Hier und Jetzt.
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Ja – Gott und sein Wort inspirieren mich am meisten.
Sie geben mir Kraft, Orientierung und eine tiefere Bedeutung in allem, was ich tue – auch im Tanz.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Es motiviert mich, zu sehen, wie die Tänzer:innen wachsen – und mich gleichzeitig an meine eigene Leidenschaft erinnert.
Schlakks - Mentor Rap
Frederik Schreiber aka Schlakks steht für Deutschrap jenseits von Sexismus, Macho-Posen und Konsumglorifizierung. Der Dortmunder MC setzt stattdessen auf persönliche Texte, gesellschaftliche Reflexion und ehrliche Gefühlswelten – ganz ohne Männlichkeitsgehabe. Seit über zehn Jahren ist er fester Bestandteil der alternativen Szene und prägt mit seinen progressiven, oft komplexen Reimen den deutschsprachigen Rap-Untergrund.
Musikalisch bewegt sich Schlakks zwischen Oldschool-Vibes, Funk, Clubsound und lyrischer Feinarbeit – immer mit spürbarer Liebe zur Subkultur. Seine Songs vereinen Tiefgang mit Spielfreude und suchen dabei stets nach Worten für die Widersprüche unserer Zeit.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
Funkelnd, nachdenkend und liebend.
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Eigentlich immer die Menschen, alle. Die Natur nur, um mich aufs Menschsein aufmerksam zu machen.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Dass es unglaublich wichtig ist, sich nicht nur mit seinem eigenen Kram zu befassen. Und dass ich durch die Auseinandersetzung mit ‚jüngerer Kunst‘ viel für meine Kunst aufgreifen kann.
Daniel Bausch - Mentor Graffiti/Streetart
Technische Präzision und Detailverliebtheit sind charakteristisch für die Arbeiten des Graffiti-Artists Daniel Bausch – und bilden die Grundlage seiner Workshops. Verwurzelt in der urbanen Szene des Ruhrgebiets, aus der er immer wieder neue Inspiration schöpft, gelangte Bausch über Graffiti und Streetart zur Mediengestaltung. Seit 2016 arbeitet der ausgebildete Mediengestalter Digital und Print freiberuflich im Bereich Design und Illustration. Spezialisiert auf crossmediale Projekte verbindet er in seinen Arbeiten Grafikdesign, Fotografie, Videografie, Illustration und Webdesign.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
experimentell - prozessorientiert - multidisziplinär
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Tatsächlich gibt es immer wieder Personen, die meine Arbeit, Sicht und Denkweise beeinflussen. Allerdings wandelt sich das oft im Laufe der Zeit. Im Hinblick auf meine künstlerische Arbeit sind einige Konstanten Niels „Shoe“ Meulman, Wolfgang Weingart und RAGE. Alle drei sind Pioniere, denken um die Ecke und verlassen Komfortzonen. Musikalisch begleiten mich sehr oft die Hardcore Bands Bane und Raised Fist, oft im Wechsel mit Rap aus der Golden Era. Sowohl Hardcore(Punk) als auch Hip Hop haben mich massiv beeinflusst.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Ein offenes Auge für die Potentiale der Talente zu haben, auch wenn man durch seine eigene Erfahrung und künstlerische Arbeit Dinge anders machen würde. Perspektiven, Möglichkeiten und Prozesse anbieten, vernetzen und behutsam weiterentwickeln, ermöglicht die Voraussetzung sich entfalten zu können.
Elektronische Musik
Sonae
Sonia Güttler aka Sonae ist Produzentin, Live-Performerin und DJ der experimentellen elektronischen Musik; zudem ist sie Teil des Label-Kollektivs Monika Werkstatt. Ihr Debütalbum erschien 2015 beim Berliner Label Monika Enterprise. Es folgte eine Künstlerresidenz im Klingklang Studio in Düsseldorf, das »Women in Computer Music«-Stipendium am CCRMA der Stanford Universität in Kalifornien und ein Masterabschluss in Populärer Musik an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 2018 wurde ihr zweites Album »I Started Wearing Black« veröffentlicht (»ein bemerkenswertes Album« - Fluid Radio UK), gefolgt von »Music For People Who Shave Their Heads« im Jahre 2019 auf dem Londoner Label Bit-Phalanx Music. Sie nahm außerdem DJ-Mixe für The Wire, Self-Titled, Vice und Dublab auf.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
"Experimentell, vielschichtig, politisch." — eine KI — ich nenne es Techno.
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Stille, innere Ruhe, und Autonomie. Wenn das gegeben ist, erreiche ich Betriebstemperatur. Was mich beseelt? In sich stimmige Sprachlichkeit jeglicher Fakultät. Die Klangsprache von Nobu, Decoder oder Cio D'Or. Thesen des öffentlichen Diskurs, die so sehr Sinn machen wie Max Czolleks "Desintegriert Euch" oder die Beobachtungen von Hartmut Rosa. Die Gedankenwelten von Theresa Nink oder Charlotte Kirk, wenn Waltraud Blischke kuratiert. Die einfache Logik hinter Komplexität, wenn Wissenschaften zusammengedacht werden. Inhaltlich treiben mich Mangel und Missstände an, durch Menschen konstruierte Zustände und deren Zusammenhänge und Wirkungen von der großen politischen Makro- bis zur individuellen Mikroebene. Klingt sperrig, meint am Ende aber sehr alltägliche Phänomene. Es ist ultracrazy, wie sehr unser Verhalten Tag für Tag politische Stimmung mitshaped — und an der Stelle dockt das Selbstverständnis der subkulturell verorteten elektronischen Musikszene ja auch an. Kreis geschlossen.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Je mehr ich in meiner Mentoring-Arbeit lerne, desto finsterer werden die Aussichten — gibt also noch genug, wogegen wir rebellieren müssen. Die Dringlichkeit und Relevanz von alternativen Lebensentwürfen und subkulturellen Räumen ist in den letzten zwanzig Jahren schmerzhaft gewachsen, es braucht mehr Techno. Ganzheitliche Bildung und Dekonstruktion von Glaubenssätzen scheint mir eine auf Makro- genauso wie auf Mikroebene arg vernachlässigte Hausaufgabe, so wird das weder was mit einem zeitgemässen Kulturbetrieb noch mit dem konservativen Herzenswunsch nach Wachstum. But hey, just my five cents.
P.K. Stephan
Philipp Stephan aka P.K. Stephan ist ein Komponist und Musikproduzent aus Köln mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der Musikbranche.
Seine Wurzeln liegen im Urban Music Bereich, doch über die Jahre hat er sich in zahlreichen Genres weiterentwickelt und mit namhaften Künstlern, Marken und Labels wie Warner Music, Universal, Sony, Porsche und Playstation zusammengearbeitet.
In seinen deafBird Studios in Köln gibt er Künstlern aus verschiedenen Genres ein kreatives Zuhause. Seine Leidenschaft für Musik und seine Fähigkeit, diverse Genres und Stile zu meistern, machen ihn zu einem gefragten Partner.
Neben seiner Arbeit in den deafBird Studios hat Philipp 2023 die Musikagentur "Everklang" gegründet.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
Ehrlich. Emotional. Unverstellt.
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Mich inspiriert vor allem die Natur, aber auch andere Kunstformen wie Malerei, Skulptur oder Architektur, die mir neue Perspektiven und Strukturen eröffnen.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Dass man nie auslernt. Im Austausch mit den Mentees entsteht oft ein frischer Blick auf eigene Erfahrungen und Wissen. Dieser Perspektivwechsel ist ebenso bereichernd wie inspirierend.
Onita Boone - Mentorin Gesang
Onita Boone ist eine außergewöhnliche Bühnenkünstlerin, die schon im Kindesalter die Grundlagen ihrer Gesangskunst im Kirchenchor ihrer Heimatgemeinde ihres Geburtsortes Newburgh, New York, erlernte.
Ihre ersten Songs schrieb sie im Alter von 8 Jahren, Aufnahmen folgten mit 9. Im Alter von 16 Jahren zog es sie nach New York City, wo sie sich bald einen sehr guten Ruf als Sängerin und Darstellerin in verschiedensten Musik- und Entertainmentstilen erarbeitete.
Im Zuge verschiedener Engagements bereiste sie alle Kontinente und stand mit vielen weltbekannten Künstlern auf der Bühne, wie z.B. Whitney Houston, Patti LaBelle, Mariah Carey, Take Six, Elton John, Faith No More, George Michael oder Billy Preston, um nur einige zu nennen.
Seit 1997 hat sie ihren Wohnort nach Deutschland verlegt, wo sie ebenfalls bald ein fester Bestandteil der musikalischen Szene wurde, was Auftritte, Tourneen und Studioproduktionen mit Künstlern wie Nils Landgren, Randy Brecker und der WDR Big Band, Udo Jürgens, Sarah Connor, Samy DeLuxe u.v.a. unter Beweis stellen.
Beschreibe deine künstlerische Arbeit in drei Worten.
Inspirierend. Transformativ. Authentisch.
Gibt es etwas oder jemanden der*die dich besonders inspiriert?
Ella Fitzgerald inspiriert mich zutiefst. Ihre Resilienz, Anmut und Kunst in einer Zeit schwerer Unterdrückung erinnern mich daran, dass Musik die Kraft hat zu heilen, zu befreien und zu überdauern.
Was nimmst für dich aus deiner Arbeit als Mentor:in mit?
Mentoring erinnert mich ständig daran, dass Wachstum eine gemeinsame Reise ist. Ich lerne genauso viel aus dem Mut und der Kreativität meiner Schüler:innen wie sie aus meiner Begleitung. Es ist ein Privileg, ihre Durchbrüche mitzuerleben und zu wissen, dass meine Erfahrung ihren Weg erhellen kann.


















